Objektfotografie in Bonn

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Zum Fotografieren drängt sich Bonn geradezu auf, auch wenn man die ehemalige Stadt des Regierungssitzes spontan womöglich nicht mit außergewöhnlichen Motiven für die Objektfotografie, Innenarchitektur oder Werbefotografie in Verbindung bringt. Doch weit gefehlt, Bonn bietet so viele besondere Motive, dass man es sich als Fotograf in der kreisfreien Stadt am besten für längere Zeit gemütlich machen würde.

Die Stadt im Regierungsbezirk Köln kann auf eine mehr als 2.000-jährige Geschichte zurückblicken, die mit römischen und germanischen Siedlungen begann. Immerhin gehört Bonn damit zu den ältesten Städten Deutschlands, auch ein Fakt, der vielleicht nicht jedem bekannt sein dürfte. Ebenso wenig bekannt ist die Tatsache, dass in der geschichtsträchtigen Stadt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ausgearbeitet wurde.

Nach der Wiedervereinigung 1990 verlegte die Bundesregierung ihren Sitz bekanntlich nach Berlin, und so wurde es etwas ruhiger für die Bewohner Bonns. Dennoch haben bis heute sowohl Kanzler(in) als auch der Bundespräsident und der Bundesrat Zweitsitze in der schönen Stadt. Und dann sind da ja noch die 19 internationalen Organisation der UN, die sich dort nach wie vor wohl fühlen. Aus der Sicht eines Fotografen sind es in erster Linie die eindrucksvollen Hochhäuser und die zahlreichen Kirchen, die die Stadt zu einer interessanten Angelegenheit machen. Fotografieren lässt sich wirklich hervorragend in der Stadt der UN und der Telekom, die ebenfalls ihren Sitz nach Bonn gelegt hat.

Bauwerke als perfekte Motive für Objektfotografie

Ein ausgedehnter Spaziergang lohnt sich immer, beispielsweise durch die Poppelsdorfer Allee, den Hofgarten nahe der Universität oder direkt an der Ruine von Godesburg. Neben den schon erwähnten vielen Kirchen bieten sich für die Objektfotografie das alte Rathaus an, das im Rokoko-Stil gebaut ist, das Kurfürstliche Schloss oder auch das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs, das heute übrigens unter Denkmalschutz steht.

Äußerlich grundlegend verschieden und doch ähnlich konstruiert – kreisförmig – sind die Godesburg und das hoch aufragende Gebäude der Post, das dann auch gleich ganz selbstbewusst den Namen Post-Tower erhielt. Jener Tower besticht durch seine im wahrsten Sinne des Wortes herausragenden Eigenschaften, der Post-Tower ist sowohl für Fotografen als auch für Nichtfotografen eine wahre Augenweide.

Doch Bonn hat noch mehr zu bieten, etwa die zahlreichen Kirchen, die sich für die Objektfotografie geradezu anbieten. Friedhöfe, Museen und Gedenkstätten kommen hinzu, und dann sind da ja noch die kleinen Fotomotive, die man gar nicht wahrnimmt, wenn man durch die Stadt läuft. Beispielsweise die „Wolkenschale“ aus dem Jahr 1961, die sich vor dem Universitätsgebäude befindet. Nachdem die abgelichtet wurde, empfiehlt sich der direkte Gang zum Kunstmuseum, das schon von außen begeistert, von innen aber regelrechte Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.

Die Architektur und die Innenarchitektur Bonns sind auf alle Fälle so vielfältig und interessant, dass sich eine Reise dorthin immer lohnt.

Ein besonderer Bezirk für Fotos: Bad Godesberg

Bad Godesberg ist eines der insgesamt vier Stadtbezirke. Die drei anderen heißen Beuel, Bonn und Hardtberg, der Regierungsbezirk ist, wie oben erwähnt, Köln. Als Bad Godesberg noch selbst eine Stadt war (also vor der Eingemeindung durch Bonn), hat es selbst zahlreiche Orte eingemeindet.

Auffällig sind die vielen Schulen, die unter anderem auch international aufgestellt sind, was mit der Zeit zusammenhängt, als Bonn noch die provisorische Hauptstadt Deutschlands war. Sowohl für die Fotografie von Innenarchitektur als auch von Außenarchitektur ragt Bad Godesberg aber besonders durch seine Kultur heraus. In den Blick geraten unweigerlich das Schauspielhaus, das Kleine Theater im Park, die Piccolo Puppenspiele und die Kleine Beethovenhalle. Innen wie außen lassen sich Aufnahmen realisieren, die man so wohl in keiner anderen deutschen Stadt finden kann.

Gastronomie und Fotografie

Eine Auszeichnung verdient Bonn überhaupt nicht, muss damit aber schon viele Jahre leben. Die Stadt wird immer wieder einmal als die Bundesstadt ohne nennenswertes Nachtleben bezeichnet. Die Erklärung für diese Fehleinschätzung kann eigentlich nur die sein, dass es jemand nicht gut mit der Stadt meinte und ein Gerücht in die Welt gesetzt hat, das zwar nicht stimmig ist, sich aber nach und nach ausbreiten konnte.

Die Wirklichkeit sieht deutlich anders aus. Bonn ist gastronomisch ausgezeichnet aufgestellt und bietet eine große Zahl toller Restaurants, in denen übrigens nicht nur das Essen hervorragend ist, sondern auch die Locations an sich. Das lockt einen hungrigen Fotografen schnell an, der sich nicht nur den Bauch vollschlagen, sondern spannende Restaurantfotos schießen kann.

Entgegen des von wem auch immer in die Welt gesetzten Gerüchts, ist es tatsächlich so, dass Bonn im Jahr 2005 zur Schlemmerhauptstadt Deutschlands gewählt wurde. Und wer jetzt anmerken möchte, dass Restaurants – auch wenn sie noch so schön und stilvoll sind – kein Zeichen für ein lebendiges Nachtleben sind, der sei auf die vielen Kneipen und Bars in Bonn hingewiesen, die übrigens ganz besonders in der Nordstadt (die auch als Altstadt bezeichnet wird), der Südstadt und in Poppelsdorf die Nacht immer wieder zum Tage machen. Nicht zu vergessen die diversen Diskotheken, in denen die Menschen schon mal bis zum frühen Morgen durchtanzen.

Alle Möglichkeiten der Fotografie in einer Stadt

Wer die Fotografie liebt, geht immer mit einem etwas anderen Blick durch die Welt. Deshalb nimmt man als Fotograf auch Städte auf eine besondere Art wahr. Auch andere Städte haben viel zu bieten, Bonn ist da sicher keine Stadt, die sich besonders hervorhebt. Obwohl man es auch anders ausdrücken könnte, indem man sagt, dass jede Stadt besonders ist, zumindest mit den Augen eines Fotografen betrachtet. Dennoch zeichnet sich Bonn durch eine besondere Eigenschaft aus, und die heißt Vielfalt. Für Fotografen bedeutet Vielfalt, dass man Industrie ebenso gut fotografieren kann wie Arztpraxen, Immobilien wie Geschäfte, Gastronomie wie Architektur und Werbefotografie wie Produktfotografie.

Ganz unabhängig von der Fotografie ist es aber in jedem Fall eine Empfehlung, Bonn einmal zu besuchen. Denn die Stadt wird sicher nicht in einem Atemzug mit Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt am Rhein genannt, wenn es um die Metropolen Deutschlands geht. Doch man tut ihr damit Unrecht, denn es ist sicher kein Zufall, dass die politischen Geschicke des Landes bis kurz nach der Wiedervereinigung von Bonn aus gesteuert wurden.

Und noch ein letzter Punkt, der wichtig erscheint, wenn es um die ehemalige Stadt des Regierungssitzes geht: die Menschen. Die sind nicht nur weltoffen, was ihrer Historie geschuldet ist, sondern auch äußerst freundlich und gastwirtschaftlich. Um sich zu vergewissern, dass diese These stimmt, reicht es, einmal einen Tag lang durch Bonn zu laufen, in Restaurants, Bars oder Museen zu gehen. Man merkt schnell, dass es leicht ist, mit den Menschen in Bonn ins Gespräch zu kommen. Die Offenheit ist es dann wohl auch, die selbst den Letzten davon überzeugen dürfte, dass wir es hier mit einer einzigartigen und eben doch ganz besonderen Stadt zu tun haben.

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